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DIE STORY
„Your race, your country. My race, my country. It was never just you and me in the ring.“
Max Schmeling, (Szene130)
In den 20er Jahren machte der junge deutsche Boxer Max Schmeling eine beispiellose Karriere und schaffte als einer der ersten Sportler den Sprung ins internationale Boxgeschäft der USA. Der erfolgreiche Boxer wurde bald eine nationale Legende und spielte eine wichtige Rolle auf dem gesellschaftlichen und politischen Parkett Deutschlands.
Entgegen der nationalistischen Haltung seiner Heimat, verfolgte Schmeling seine sportlichen Ambitionen in den USA und wartete auf die Gelegenheit, endlich den als „unschlagbar“ geltenden Weltmeister Joe Louis herausfordern zu können.
New York City, 1935. Der 21-jährige Joe Louis (Leonard Roberts) besiegt den gegen ihn chancenlosen Gegner Paolino Uzcudun (Cole Mc Kay) und trägt einen überwältigenden Sieg davon. Seine schnellen und wendigen Schläge begeistern die Massen. Unter den Zuschauern sitzt auch der 30-jährige Boxer Max Schmeling (Til Schweiger). „I see something“- dem genau beobachtenden Profi Schmeling fällt am Ring eine Schwäche in Louis‘ Kampftechnik auf. Die anwesenden Reporter werden Zeugen dieses Ausspruchs. Naht etwa ein Kampf zwischen dem bereits in Amerika etablierten deutschen Boxer Schmeling und dem neugeborenen Helden Joe Louis, der in Harlem gebührend gefeiert wird?
Louis akzeptiert die Herausforderung von Schmeling und beide beginnen ein hartes Training. Um sich angemessen auf den anstehenden Kampf vorzubereiten, fliegt der deutsche Boxer in seine Heimat zurück. Dort erwartet ihn bereits Propagandaminister Joseph Goebbels (Wilfried Hochholdinger). Erbost über die Tatsache, dass Schmeling einen Kampf gegen einen schwarzen Boxer- ohne Erlaubnis des Führers- zugesagt hat, verlangt er von ihm Rechenschaft. Die Nazis willigen schließlich ein, erwarten jedoch von Schmeling einen deutlichen Sieg, als Symbol arischer Überlegenheit.
Bei ihrem ersten Kampf am 19. Juni 1936 ist ganz New York in Aufruhr. Louis gilt als Favorit, dem neun Jahre älteren Schmeling werden kaum Chancen ausgerechnet.
Die zwei Schwergewichtler liefern sich einen harten und intensiven Kampf. Als sich abzeichnet, dass Schmeling die Oberhand gewinnt, steht das weiße Publikum hinter dem Deutschen und wendet sich geschlossen gegen Joe Louis.
Max Schmeling schlägt den Favoriten schließlich k.o.. Das Publikum in der Boxarena steht Kopf: Während die weißen Zuschauer in Jubel ausbrechen, entlädt sich die Enttäuschung des schwarzen Publikums in Handgreiflichkeiten und Straßenunruhen. Joe Louis wird schlagartig bewußt, dass er für die unterprivilegierten Schwarzen Symbolfigur und Hoffnungsträger geworden ist. Von der Presse geohrfeigt und sich deshalb ohnehin schon als Verlierer fühlend, schreibt er sich für die Unruhen eine Mitverantwortung zu.
Nachdem Max Schmeling einen der wichtigsten Kämpfe in der Boxgeschichte für sich entscheiden konnte, wird er bei seiner Rückkehr nach Deutschland mit Glückwünschen und Anerkennungen von Marlene Dietrich bis Adolf Hitler (Rolf Kanis) überhäuft. Er und seine Ehefrau Anny Ondra (Peta Wilson), eine erfolgreiche Schauspielerin, werden zum Traumpaar der Nation. Die Nazis benutzen diesen Sieg als Beweis für die Überlegenheit der „arischen Rasse“. Schmeling wird von Goebbels gedrängt, der NSDAP beizutreten und fordert ihn nachdrücklich dazu auf, seinen jüdischen Manager Joe Jacobs (David Paymer) zu entlassen. Der Boxer lehnt dies jedoch ab. Währenddessen bereitet sich Joe Louis in den USA auf seine Revanche vor. Hitler versucht unterdessen ohne Erfolg, die Wiederauflage des Kampfes nach Deutschland zu holen.
In den USA verschärft sich die Stimmung gegen das nationalsozialistische Deutschland und auch Schmeling registriert den wachsenden Antisemitismus. Während seine Frau Anny Ondra ihn auffordert, sich zurückzuhalten, um ihre Sicherheit nicht zu gefährden, möchte Schmeling sich nicht Hitlers Vorgaben fügen.
Louis arbeitet derweil in den USA fieberhaft daran, seine Fitness und sein Selbstbewußtsein wieder zu stabilisieren. Auch der amerikanische Sportler gewinnt für die Landespolitik immer mehr an Bedeutung: Roosevelt verdeutlicht dem Boxer, dass seine Muskeln im Kampf gegen Deutschland von großem Nutzen für Amerika sein können.
Am 22. Juni 1938 stehen schwarze wie auch weiße Amerikaner vereint hinter Louis. Doch die Atmosphäre ist bis zum Äußersten gespannt. Die Propagandamaschinerie der Nazis hat es erfolgreich geschafft, Schmeling im Ausland als getreues Parteimitglied und Rassisten darzustellen. Louis geht zuversichtlich, doch ohne seinen bisherigen Übermut, in das Duell. Den Zuschauern bietet sich ein unerbittlicher und brutaler Kampf, in dem Louis schnell die Oberhand gewinnt. 40 Mal trifft er seinen Gegner und stößt diesen viermal zu Boden. Hitler, zutiefst empört über diese Schmach, veranlaßt den sofortigen Abbruch der Radioübertragung in Deutschland. Er verhindert auf diese Weise, dass die deutschen Fans von Schmelings Niederlage nach nur zwei Minuten und vier Sekunden im Ring Zeuge werden.
Während Schmeling unverzüglich ins Krankenhaus eingeliefert wird, feiert Amerika seinen Helden. Trotz seines überwältigenden Erfolges, kann Louis nach den Vorgaben seines Managers seinen Sieg kaum genießen. Für ihn heißt es von nun an keinen einzigen Fehltritt zu begehen, sonst ist sein Ruhm geschädigt: keine Frauengeschichten, kein Fluchen, kein Alkohol in der Öffentlichkeit. Auch die Sorge um den Zustand seines Gegners beunruhigt Louis. Vorzeitig verläßt er seine Siegesfeier und fährt ins Krankenhaus, um Schmeling zu besuchen. Im Gespräch wird beiden Boxern das Ausmaß ihrer Instrumentalisierung seitens der Politik bewußt. Sie vereinbaren ein erneutes Treffen nach dem Krieg – als Boxer und Freunde, nicht als Rivalen und Repräsentanten nationaler Politikgeschäfte.
Bei seiner Ankunft am Flughafen Tempelhof erwartet Max Schmeling diesmal kein Empfangskomitee. Einzig seine Frau Anny Ondra heißt ihn nach seiner Niederlage willkommen. Mit diesem Mißerfolg hat der Schwergewichtler nicht nur einen seiner wichtigsten Kämpfe, sondern auch seinen letzten Kredit bei den Nazis verloren. Ein Einberufungsbefehl schickt Schmeling an die Front – keinem anderen deutschen Star von internationalem Renommee ist dies je widerfahren.
Den Krieg überlebt Schmeling zwar, er wird jedoch von der deutschen Bevölkerung gemieden. Zusammen mit seiner Ehefrau beginnt er ein neues Leben auf einem kleinen Bauernhof außerhalb von Berlin. Louis hingegen konnte in den Kriegsjahren sein Image als Star weiter etablieren. Auch er diente in Uniform, jedoch als Schauspieler patriotischer Filmproduktionen in Hollywood. Nach dem Krieg plant Louis seinen Rücktritt vom Boxsport. Ernsthafte Steuerprobleme zwingen ihn allerdings, seinen Beruf weiter aktiv auszuüben. Mit seiner Niederlage gegen Rocky Marciano beendet der Boxer erst 1952 seine Karriere. Sämtliche seiner Einnahmen bis dahin gehen an den Fiskus.
Schmeling verdient sein Geld immer noch als Landwirt, als ihm die „Coca - Cola Company“ ein verlockendes Angebot unterbreitet: er soll ihnen helfen, ihr Produkt auf dem deutschen Markt bekannt zu machen. Max Schmeling akzeptiert diesen Vorschlag dankbar. Im Zuge seiner Tätigkeit für „Coca-Cola“ fliegt er erneut in die USA. Er nutzt diese Gelegenheit, um sein Versprechen von damals zu verwirklichen und kauft ein Ticket nach Chicago. Nach längerer Suche findet Schmeling seinen einstigen Rivalen und beide können endlich wie Freunde Zeit miteinander verbringen. Als sie auseinander gehen, versprechen sie sich gegenseitig in Kontakt zu bleiben – ein Versprechen, das zu einer lebenslangen Freundschaft führt.
Joe Louis stirbt am 12. April 1981 im Alter von 66 Jahren in Las Vegas/ Nevada. Max Schmeling, mittlerweile 95 Jahre alt, lebt in Hamburg.
Drehbeginn: 07.05.2001
Link zur offiziellen JOE & MAX Website
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